Gegenüberstellung: Stromerzeugung 2000 und 2014

Die Ener­gie­wen­de ist seit Jah­ren in vol­lem Gan­ge. Es ist Zeit, sich die Aus­wir­kun­gen auf die Strom­erzeu­gung ein­mal näher anzu­schau­en. Um wie viel wur­de der Aus­stoß von CO2 pro kWh Strom in den letz­ten Jah­ren gemin­dert? Und hat sich durch Effi­zi­enz­stei­ge­rung der Strom­ver­brauch redu­ziert?

Ist der Ausstoß von CO2 pro erzeugter kWh gesunken?

Zwi­schen 2000 und 2014 ist der Anteil erneu­er­ba­rer Ener­gi­en am deut­schen Strom­mix von 7% auf 27% gestie­gen. Den­noch ist der Aus­stoß von Koh­len­di­oxid pro kWh nur leicht gesun­ken. Der CO2 Emis­si­ons­fak­tor bezo­gen auf den Inlands­ver­brauch ist von 638g im Jahr 2000 auf 609g im Jahr 2014 gesun­ken (-4,5%, sie­he [1]). Die Ursa­che für die­ses  Ungleich­ge­wicht ist auf die Ent­wick­lung der Zusam­men­set­zung des Ener­gie­ein­sat­zes (Pri­mär­ener­gie!) zur Strom­erzeu­gung zurück­zu­füh­ren [2].

 

Wäh­rend der Anteil der Atom­ener­gie merk­lich gesenkt wur­de, hat sich bei CO2 emit­tie­ren­den Ener­gie­trä­gern (Braun­koh­le, Stein­koh­le, Gas) fast nichts geän­dert. Bis­her erset­zen die erneu­er­ba­ren Ener­gi­en also ledig­lich Atom­strom und haben folg­lich nur eine gerin­ge Aus­wir­kung auf die CO2 Emis­sio­nen im deut­schen Strom­mix.

Alte und inef­fi­zi­en­te Kraft­wer­ke wer­den wei­ter­be­trie­ben, da die Strom­erzeu­gung mit abge­schrie­be­nen Mei­lern extrem bil­lig ist. So kommt es, dass Strom­über­schüs­se ent­ste­hen, deren Export sich rech­net. Deutsch­land hat sich also trotz Atom­aus­stieg zu einem Strom­ex­por­teur ent­wi­ckelt — mit neu­em Rekord in 2015. Am meis­ten wird übri­gens nachts expor­tiert [3], da Grund­last­kraft­wer­ke (Braun­koh­le- und Atom­kraft­wer­ke) trä­ge sind und wei­ter­lau­fen, obwohl der Strom in Deutsch­land nicht benö­tigt wird. Im Som­mer wird auch tags­über expor­tiert, da viel Solar­strom ins Netz ein­ge­speist wird.

Ist der absolute Stromverbrauch gesunken?

Ener­gie­wen­de bedeu­tet auch Effi­zi­enz stei­gern, um den Ver­brauch zu redu­zie­ren. Wur­de die Effi­zi­enz tat­säch­lich so gestei­gert, dass der Strom­ver­brauch (merk­lich) gesenkt wer­den konn­te? Die Ant­wort lau­tet: Nein. Laut [2] wur­den im Jahr 2000 net­to 575 TWh Strom in Deutsch­land erzeugt (1 TWh = 1 Mrd. kWh = 1.000.000.000 kWh). Davon wur­den 572 TWh im Inland ver­braucht und nur 3 TWh expor­tiert. 2014 wur­den 624 TWh erzeugt (+8,5%) und 591 TWh im Inland ver­braucht (+3,3%). Der abso­lu­te Strom­ver­brauch ist also gestie­gen, obwohl laut Sta­tis­tik die Ein­woh­ner­zahl von 82,3 Mio. auf 81,1 Mio gesun­ken ist. D.h. pro Ein­woh­ner ist der Strom­ver­brauch zwi­schen 2000 und 2014 sogar um 4,9% gestie­gen (von 6.950 kWh pro Per­son auf 7.287 kWh).

Quel­len:

[1] Ent­wick­lung der spe­zi­fi­schen Koh­len­di­oxid-Emis­sio­nen des deut­schen Strom­mix in den Jah­ren 1990 bis 2014, Stand 09/2015

[2] Aus­wer­tungs­ta­bel­len zur Ener­gie­bi­lanz Deutsch­land, 1990 bis 2014, AG Ener­gie­bi­lan­zen, Stand 25.08.2015

[3] www.energy-charts.de

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