Wieviel Geld und Energie lässt sich mit LED Lampen sparen?

16% des Strom­ver­brauchs in Deutsch­land wer­den für die Beleuch­tung benö­tigt. Mit LEDs (Licht emit­tie­ren­de Dioden) steht eine Tech­no­lo­gie in den Start­lö­chern, die die­sen Anteil deut­lich redu­zie­ren kann. Wie­viel Geld und Strom lässt sich mit LEDs ein­spa­ren? Lohnt sich der Umstieg?

Als die EU 2008 das Glüh­bir­nen­ver­bot erließ war der Auf­schrei in der Bevöl­ke­rung groß. Die als Ersatz vor­ge­se­he­nen Ener­gie­spar­lam­pen haben ein küh­le­res Licht, benö­ti­gen häu­fig lan­ge bis die fina­le Hel­lig­keit erreicht ist und ent­hal­ten zu allem Über­fluss auch noch Queck­sil­ber. Mit LEDs ist mitt­ler­wei­le eine Tech­no­lo­gie ver­füg­bar, die die­se Nach­tei­le bis­he­ri­ger Ener­gie­spar­lam­pen besei­tigt und sich dar­über hin­aus durch eine noch höhe­re Effi­zi­enz und Lebens­dau­er aus­zeich­net. Die­se Eigen­schaf­ten haben aller­dings ihren Preis und LED Lam­pen sind in der Anschaf­fung bis­her teu­rer als die bis­he­ri­gen Ener­gie­spar­lam­pen (Kom­pakt­leucht­stoff­röh­ren).

Wieviel lässt sich in Haushalten einsparen?

Laut AG Ener­gie­bi­lan­zen war die Beleuch­tung 2012 für 16% des deut­schen Strom­ver­brauchs (ins­ge­samt 83.000 GWh) bzw. für 3,4% des gesam­ten deut­schen End­ener­gie­ver­brauchs ver­ant­wort­lich. Nur um die Grö­ßen­ord­nung klar zu machen: Das ent­spricht fast der gesam­ten elek­tri­schen Ener­gie, die 2015 von allen Atom­kraft­wer­ken zur Ver­fü­gung gestellt wur­de bzw. der gesam­ten elek­tri­schen Ener­gie, die durch Wind­kraft erzeugt wur­de! Die Beleuch­tung nur in Haus­hal­ten macht mit 2,5% (12.750 GWh) des gesam­ten Strom­ver­brauchs bzw. 0,5% des End­ener­gie­ver­brauchs nicht mehr ganz so viel aus. Der Ver­brauch ent­spricht aber immer noch einer mitt­le­ren elek­tri­schen Leis­tung von knapp 1,5 GW, also mehr als der Leis­tung eines Atom­kraft­werks (das leis­tungs­stärks­te AKW in Deutsch­land schafft im Mit­tel 1,3 GW).

Bei 39,7 Mio. Haus­hal­ten in Deutsch­land in 2012 ver­brauch­te jeder Haus­halt im Schnitt 321 kWh Strom für Beleuch­tung. Bei einem Strom­preis von 0,26 Euro pro kWh ent­spricht das Aus­ga­ben von 83,49 Euro pro Haus­halt bzw. 3,3 Mrd. Euro deutsch­land­weit jähr­lich. Durch den Ersatz von Glüh- und Halo­gen­lam­pen durch LED las­sen sich rund 80% Ener­gie ein­spa­ren. Pro Haus­halt sind das etwa 66 Euro pro Jahr bzw. 2,6 Mrd. Euro deutsch­land­weit. Für 66 Euro kann man je nach Bezugs­quel­le zwi­schen 10 und 15 LED Lam­pen kau­fen. Wie schnell sich eine sol­che Anschaf­fung rech­net hängt natür­lich von Anschaf­fungs­kos­ten, Strom­preis und Betriebs­dau­er der Lam­pe ab, wie fol­gen­de Gra­fik zeigt.

Bei einer täg­li­chen Nut­zungs­dau­er von einer Stun­de oder mehr machen sich LEDs gegen­über Glüh- oder Halo­gen­lam­pen spä­tes­tens nach etwa 1,5 Jah­ren bezahlt.

Fast wich­ti­ger als die finan­zi­el­le Erspar­nis ist aber, dass die­se Reduk­ti­on des Strom­ver­brauchs genau an den jähr­li­chen Ver­brauchs­spit­zen an Win­ter­aben­den zum Tra­gen kommt. Für die­sen ein­ge­spar­ten Strom muss daher in Zukunft kei­ne Kraft­werks­leis­tung mehr vor­ge­hal­ten wer­den für den Fall, dass der Wind nicht weht (dass die Son­ne dann nicht scheint ist eh klar). Genau­so wenig muss die­se Ener­gie in irgend­ei­ner Form gespei­chert wer­den, so dass die­se Ein­spa­rung in gewis­ser Wei­se die Ener­gie­wen­de erleich­tert.

Wieviel lässt sich sonst noch einsparen?

Der Groß­teil für Beleuch­tung wird in Gewer­be, Han­del und im Dienst­leis­tungs­sek­tor ver­braucht. Gut 11% des deut­schen Strom­ver­brauchs wer­den hier­für benö­tigt. In die­sen Berei­chen wer­den häu­fig schon effi­zi­en­te­re Leucht­mit­tel ein­ge­setzt, wie z.B. Leucht­stoff­röh­ren in Büros und Super­märk­ten oder Natri­um­dampf­lam­pen im Stra­ßen­ver­kehr.

Aber selbst hier kön­nen LEDs eine inter­es­san­te Alter­na­ti­ve dar­stel­len, um Strom und Geld zu spa­ren. Bei Glüh- und Halo­gen­lam­pen erge­ben sich deut­lich kür­ze­re Armo­ti­sa­ti­ons­zei­ten wie oben dar­ge­stellt, wenn die­se z.B. täg­lich 8 Stun­den oder mehr genutzt wer­den.

Die häu­fig genutz­ten 1,50m T8 Leucht­stoff­röh­ren haben eine Leis­tungs­auf­nah­me von 58W. Ent­spre­chen­de LED-basier­te Alter­na­ti­ven begnü­gen sich hin­ge­gen mit 21,5W, ermög­li­chen also mehr als 60% Erspar­nis. Die­se Reduk­ti­on ist zum Teil auf eine nied­ri­ge­re Hel­lig­keit zurück­zu­füh­ren: Die Leucht­stoff­röh­re schafft 5.000 Lumen, wäh­rend die LED-Vari­an­te nur auf 2.100 Lumen kommt. Die 5.000 Lumen ste­hen einem aller­dings nicht voll zu Ver­fü­gung, da die Leucht­stoff­röh­re rund­her­um abstrahlt und man einen Reflek­tor braucht, um die maxi­ma­le Licht­aus­beu­te in eine Rich­tung zu erzie­len. Dann blei­ben eher 4.000 Lumen übrig — immer noch deut­lich mehr als bei der LED. Bei glei­cher Hel­lig­keit ist die Erspar­nis also nied­ri­ger (43W statt 58W ergibt 25% Erspar­nis). Ent­spre­chend dür­fen die LED-Röh­ren nicht als Ersatz bewor­ben wer­den, son­dern nur als Alter­na­ti­ve. Inter­es­sant zu die­ser The­ma­tik ist auch die­ser Blog-Ein­trag.

Eine Leucht­stoff­röh­re, die täg­lich 10 Stun­den in Betrieb ist braucht auf 300 Tage im Jahr hoch­ge­rech­net 174 kWh. Die LED-Alter­na­ti­ve benö­tigt 64,5 kWh, also 110 kWh weni­ger. Die Mehr­kos­ten bei der Anschaf­fung von etwa 14 EUR amor­ti­sie­ren sich also inner­halb von acht Mona­ten (bei 0,20 EUR pro kWh) und man spart pro Jahr 22 EUR an Strom­kos­ten. Die Lebens­dau­er der LED beträgt zudem 30.000 Stun­den gegen­über übli­cher­wei­se 20.000 Stun­den bei der Leucht­stoff­röh­re.

Wenn Leucht­stoff­röh­ren täg­lich meh­re­re Stun­den in Betrieb sind und man gewis­se Abstri­che in der Hel­lig­keit hin­neh­men kann, dann sind LED-Röh­ren eine sinn­vol­le und spar­sa­me Alter­na­ti­ve zu den her­kömm­li­chen Leucht­stoff­röh­ren. Die Ent­wick­lung ist bei LEDs noch nicht abge­schlos­sen, so dass in Zukunft mehr als 2.100 Lumen zu erwar­ten sind.

Wie viel eine sol­che Erspar­nis am gesam­ten Strom­ver­brauch aus­macht ist schwer zu schät­zen. Jede Erset­zung von nor­ma­len Leucht­stoff­röh­ren spart unter Umstän­den viel Geld und Ener­gie. Jeder Ein­käu­fer von Leucht­mit­teln in Gewer­be-, Han­dels-, oder Dienst­leis­tungs­be­reich soll­te sich über­le­gen, ob jetzt nicht der Zeit­punkt gekom­men ist, auf LED umzu­stei­gen.

Tei­le die­sen Bei­trag:

Ein Gedanke zu „Wieviel Geld und Energie lässt sich mit LED Lampen sparen?“

  1. Sicher­lich ist die Anschaf­fung von LEDs erst ein­mal mit Kos­ten ver­bun­den, aber mit der Zeit sieht man def­in­tiv die Ein­spar­mög­lich­keit. Dies soll­te so schnell wie mög­lich durch­ge­führt wer­den.

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